Weihnachts-Mahnwachen für verfolgte Christen

06. Januar 2015

Die Mahnwachen in vier Schweizer Städten setzten ein Zeichen der Solidarität. Auf diese Solidarität sind gerade die bedrängten Christen im Nahen Osten weiterhin angewiesen.



Nach 2012 und 2013 riefen wir 2014 zum dritten Mal zu Weihnachts-Mahnwachen auf. Im Gedenken an die bedrängten Christen im Nahen Osten nahmen am 18. Dezember 2014 etwa 200 Personen an den halbstündigen Mahnwachen in Bern, Luzern, Zürich und Lugano teil. Mit Plakaten wie „Fröhliche Weihnacht überall“, „Frieden im Irak“ oder „Stopp Christenverfolgung“ zeigten wir unsere Solidarität mit Christen, die Weihnachten auf der Flucht, in Unsicherheit und Angst verbringen müssen. Wenn auch die Wetterbedingungen nicht optimal waren, so haben wir doch gemeinsam ein starkes Zeichen setzen können. Tausende haben die Plakate gesehen, mehrere hundert den Flyer bekommen. In Bern spendeten sogar noch zwei Personen zehn Franken, obwohl wir überhaupt nicht auf Spendensuche waren. Wir danken herzlich für Ihre Unterstützung!

Aufs Gedenken folgt die Unterschriftensammlung

Auch weiterhin sind wir auf Ihre aktive Mitarbeit angewiesen: Wir sammeln schon lange Unterschriften für einen Appell an Bundesrat Didier Burkhalter, sich stärker für religiöse Minderheiten im Nahen Osten einzusetzen. Dieses Jahr wollen wir die Unterschriften einreichen. Bisher ist etwa ein Drittel der angestrebten 100 000 Unterschriften zusammengekommen – schon viel, aber eben noch nicht genug! Es braucht den Einsatz von uns allen, um das hoch gesteckte Ziel zu erreichen. Wir senden Ihnen gerne Karten zu, die Sie an Ihre Bekannten verschicken können (drei Unterschriftszeilen). Herzlichen Dank wenn Sie auch da Ihre Solidarität zeigen! ? Adrian Hartmann


 Stimmen von Teilnehmenden

Ich bin da, weil ich CSI schon seit 20 Jahren unterstütze und bestens informiert bin, was läuft. Es ist eine Katastrophe. Mir macht das einfach Sorgen, diese Christenverfolgung. Stefan Meier

In Ägypten werden Mädchen entführt, zwangsverheiratet, und, und, und – furchtbar. Darum stehe ich da. Erika Schelling

Ich bin syrisch-orthodoxer Pfarrer von Wil. Seit 30 Jahren bin ich in der Schweiz und habe von dieser Aktion gehört. Ich wollte auch dabei sein und bedanke mich für diese Aktion. Wir haben das wirklich nötig vor Weihnachten. Wir stehen jetzt einfach eine halbe Stunde im Regen, aber heute sind die Leute aus Mosul vertrieben, etwa 120 000 oder 140 000 Christen sind jetzt in den kurdischen Teil des Irak geflüchtet. Wir müssen solche Aktionen immer machen. Als Christen wünschen wir frohe Weihnachten für alle Christen, für alle Gläubigen, und auch Frieden im Irak, in Syrien und in der ganzen Welt. Pfarrer Circis Isik

Ich war diesen Frühling mit Open Doors in Kairo. Es war bewegend, wie diese Freude haben, wenn man an sie denkt und sie unterstützt. Die Begegnungen, die ich dort hatte, waren einfach umwerfend: Wie diese Leute vorwärtsgehen und für Jesus wirken, obwohl sie in Gefahr leben. Dem einen wurde das ganze Vermögen abgenommen, der andere konnte gerade noch seine Tochter retten vor Kidnapping. Und trotzdem bleibt er mit seinen beiden Mädchen dort. Gisela Boller

Mich beschäftigt die schwierige Situation der verfolgten Christen im Nahen Osten. Ich bin mit meiner Freundin gekommen und unser grosser Traum ist es, nächstes Jahr in St. Gallen ebenfalls eine solche Mahnwache durchzuführen. Deshalb wollten wir schauen, wie es die Zürcher machen. Anna Keller

Weshalb ich hergekommen bin? Ich bin Christin und ich kann nicht einfach schweigen und nichts tun, da muss ich mich engagieren. Die Leute im Nahen Osten sind mir nicht egal. Doris Wäckerli

Es ist wichtig, dass man nicht nur schlecht findet, was in Syrien passiert, sondern auch hinsteht und sagt: Das müssen wir ändern. Ich finde wichtig, dass man die Petition, die Sie gestartet haben, unterschreibt und die Leute darauf aufmerksam macht. Hansueli Wäckerli


 Terror an Weihnachten

  • 47 Gottesdienstbesucher starben, als sich ein Attentäter mit einer Autobombe nach der Weihnachtsmesse 2011 im Hof der St.-Theresa-Kirche in Madalla, Nigeria, in die Luft sprengte. Gleichzeitig gingen Bomben vor einer Kirche in Jos und Gadaka hoch.
  • Auch am Weihnachtsfest 2012 wurden Christen in Nigeria zur Zielscheibe: Bewaffnete stürmten zwei protestantische Kirchen in Yobe und Maiduguri und töteten die Pastoren und weitere Besucher. Insgesamt kamen 12 Menschen ums Leben.
  • An Weihnachten 2013 ging eine Bombe hoch, als Gottesdienstbesucher gerade die St.-Johannes-Kirche in Bagdad verliessen. Insgesamt drei Bombenanschläge wurden an diesem Tag im christlichen Viertel von Bagdad verübt, bei denen 34 Menschen starben.
  • Pater Michael aus Nigeria erzählte uns, dass sich die Menschen aus seiner Gemeinde an den hohen christlichen Feiertagen kaum noch aus dem Haus wagen.
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