«Wichtiger denn je» – CSI zum 70-jährigen Jubiläum der UNO-Menschenrechtserklärung

06. Dezember 2018

Am 10. Dezember vor 70 Jahren wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen verabschiedet. Die Schweizer Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International ruft zu verstärktem Einsatz auf, damit die Prinzipien der Erklärung verwirklicht werden.



Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen gehört zu den Schlüsseldokumenten des internationalen Menschenrechtsschutzes, auch wenn sich daraus keine unmittelbaren Rechte ableiten lassen. Sie ebnete den Weg zu den beiden rechtlich bindenden UNO-Pakten, die erst rund zwei Jahrzehnte später verabschiedet wurden (1966).

Fortschrittliches Verständnis von Religionsfreiheit

Die UNO-Menschenrechtserklärung ist eine moralische Kraft, die Aktivisten in aller Welt in ihrem Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen inspiriert, in der Vergangenheit (etwa im Zusammenhang mit dem Kommunismus oder der Apartheid) genauso wie heute. Zu diesen Aktivisten gehört auch Christian Solidarity International (CSI): Artikel 18 zur Religionsfreiheit gehört – zusammen mit den biblischen Prinzipien des Mitleidens und der Nächstenliebe – zu den Grundlagen von CSI.

Artikel 18 der UNO-Menschenrechtserklärung geht weiter als die rechtlich bindenden Normen im UNO-Pakt II (ebenfalls Artikel 18): In der Erklärung ist die Freiheit, den Glauben zu wechseln, ausdrücklich erwähnt – eine Freiheit, die heute in vielen Ländern verweigert wird. In manchen Ländern wird wegen Konversion oder Abwendung vom Glauben sogar die Todesstrafe verhängt.

Internationale Verträge zunehmend umstritten, auch die Menschenrechte

«Am 70-jährigen Jubiläum der UNO-Menschenrechtserklärung ist CSI entschlossen, die darin festgeschriebenen Rechte hochzuhalten», sagt CSI-Geschäftsführer Dr. John Eibner. «Diese Entschlossenheit ist heute nötiger denn je, weil grundlegende menschenrechtliche Normen mehr und mehr missachtet werden, internationale Abkommen zunehmend bedroht sind und das Recht des Stärkeren gilt.»

UNO-Menschenrechtserklärung ist Ergebnis einer breiten Diskussion

Charles Malik, christlicher Wissenschaftler und ehemaliger Aussenminister des Libanon, war der Hauptautor der UNO-Menschenrechtserklärung von 1948. Sein Sohn Habib Malik hat die Schriften seines Vaters durchforscht. In einem Interview mit CSI berichtet er über die Entstehungsgeschichte der Erklärung und schätzt ihre Bedeutung für die Gegenwart ein.

«Die UNO-Menschenrechtserklärung ist das wohl bedeutendste internationale Dokument des 20. Jahrhunderts», sagt Habib Malik, Historiker an der Lebanese American University in Byblos, Libanon. Das Dokument war ein internationales Unterfangen: Repräsentanten der führenden Weltreligionen und politischen Systeme waren daran beteiligt.

«Die Erklärung von 1948 ist eine hervorragende Richtlinie, die man ohne Ende überdenken, optimieren und vervollkommnen kann», sagt Habib Malik.

Weitere Informationen

Interview mit Habib Malik zur UNO-Menschenrechtserklärung, ein Blick hinter die Kulissen ihrer Entstehung: www.csi-schweiz.ch/menschenrechtserklaerung

Habib Malik reiste Anfang Oktober 2018 für einen Vortrag in die Schweiz. Er sprach auf Einladung von CSI über die Gross- und Regionalmächte im Nahen Osten und ihren Einfluss auf den sozioreligiösen Pluralismus. www.csi-schweiz.ch/malik

CSI-Mahnwache: Am 13. Dezember 2018 findet in 15 Städten gleichzeitig eine halbstündige Mahnwache statt für Glaubensverfolgte in aller Welt: www.mahnwache.ch

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