Geschichte

 

1977 Gründung von Christian Solidarity International (CSI) durch Pfarrer Hansjürg Stückelberger im Anschluss an Schweigemärsche für verfolgte Christen. In der Schweiz gehen 15’000 Menschen auf die Strasse. Anlass dazu gibt ihnen ein Baptist aus der damaligen Sowjetunion, der wegen seines Glaubens bereits mehrfach inhaftiert worden war. Mit Gottesdiensten und Schweigemärschen demonstrieren sie in Zürich und Bern für all die Menschen, die wegen ihrer religiösen Überzeugung unterdrückt werden.


In den Folgejahren konzentriert sich CSI auf Öffentlichkeitsarbeit, Interventionen und Proteste, insbesondere in kommunistischen Ländern.


Ab Mitte der 80er Jahre wird der Einsatz, insbesondere in Peru und in Nicaragua durch konkrete Hilfe ergänzt, zum Beispiel durch Unterstützung der Familien von willkürlich Inhaftierten Familienvätern in Peru.


1991 Im Rahmen des Bergkarabach-Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan fliegt CSI Nahrungsmittel und Medikamente in die christlich-armenische Enklave Nagorni Karabach. Damit wird die von Aserbaidschan verhängte Blockade Karabachs unterlaufen, bis die UNO einen Korridor zur Versorgung der eingeschlossenen Zivilbevölkerung erzwingt. Unter grosser Gefahr rettet CSI so viele Menschen vor dem Hungertod.


1995 CSI untersucht Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen im sudanesischen Bürgerkrieg. Das islamistische Regime im Norden setzt Milizen gegen die Zivilbevölkerung ein, die in grosser Zahl Frauen und Kinder als Sklaven in den Norden entführen. In Zusammenarbeit mit den von den Überfällen betroffenen Dorfgemeinschaften beginnt CSI mit dem Rückkauf von Versklavten. Weltweite werden Berichte über die Befreiungsaktionen von Sklaven im Sudan publiziert. Es gelingt, eine breite Koalition von schwarzamerikanischen Menschenrechtlern, Kongressabgeordneten, Senatoren sowie EU-Parlamentariern zu mobilisieren, die Sanktionen gegen die nordsudanesische Bürgerkriegspartei verhängen. Im Januar 2005 sind CSI-Vertreter bei der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen dem muslimischen Nord- und dem christlich-animistischen Südsudan in Nairobi (Kenia) als Ehrengäste geladen.


Ab Mitte der 90er Jahre werden verschiedene Hilfsprojekte in Nicaragua, Peru, Rumänien, Lettland, Litauen, Vietnam, Ägypten und anderen Ländern gestartet.


2006 CSI-Gründer Pfarrer Hansjürg Stückelberger übergibt seine Tätigkeit an seiner Tochter Annette Walder.


2007 CSI beginnt sich intensiv im Irak zu engagieren, wo nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein religiös-motivierte Gewalt ausgebrochen ist. Insbesondere sunnitische Extremisten aus dem Lager der al-Qaida und Vorläufer des IS vertreiben gezielt Christen und gemässigte Muslime aus Städten im Süden und der Mitte des Iraks. CSI hilft den Vertriebenen, die mehrheitlich in der Ninive-Ebene im Nordirak Zuflucht suchen.


2007 30 Jahre CSI: Glückwünsche aus Kreisen von Kirche und Politik ermutigen, das Engagement für Religionsfreiheit und Menschenrechte fortzuführen.


2008 Herbert Meier, langjähriges Stiftungsratsmitglied, wird zum Präsidenten von CSI-Schweiz gewählt.


2009 Nach eingehenden Recherchen gelingt es CSI, international auf das Verschwinden, die Zwangsbekehrung und die Zwangsverheiratung von koptisch-christlichen Frauen in Ägypten aufmerksam zu machen.


2010 Benjamin Doberstein tritt die Nachfolge von Annette Walder an.

CSI organisiert am 25. September eine von 2500 Personen besuchte Kundgebung auf dem Münsterplatz in Bern für Religionsfreiheit und Gleichberechtigung für Christen in der islamischen Welt. Am Menschenrechtstag vom 10. Dezember übergibt CSI den Bundesbehörden mit Partnerorganisationen 50‘152 Unterschriften für dieses Anliegen. Die Petition wurde von der Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit (AGR) der Schweizerischen Evangelischen Allianz lanciert, in der CSI Mitglied ist.

In Pakistan engagiert sich CSI für die Opfer der grossen Flut durch gezielte Hilfslieferungen in entlegenere Gegenden, wo religiöse Minderheiten auch bei den grossen Hilfsgüterverteilungen benachteiligt sind.


2011 Anlässlich der Unabhängigkeitsfeier des mehrheitlich christlichen Südsudan vom 9. Juli sind CSI-Vertreter unter den geladenen Gästen. Durch jahrzehntelanges Engagement hatte CSI massgeblich zu der damit erfolgten Trennung des Südsudan vom mehrheitlich islamischen Norden mit seinem repressiven Regime in Khartum beigetragen. Die Befreiung von Menschen, die immer noch im Norden als Sklaven gehalten werden, geht unterdessen weiter.

In Indien werden Projekte aufgebaut, um den Opfern von Hindu-Nationalisten gezielt zur Seite zu stehen.

Im Hinblick auf den sogenannten „Arabischen Frühling“ gibt CSI eine Genozid-Warnung heraus und weist darauf hin, dass die Umwälzungen in dieser Region existenzbedrohende Folgen für religiöse Minderheiten haben könnten und die Weltgemeinschaft deshalb besonderes Augenmerk auf den Schutz dieser Minderheiten legen sollte. Die Verwendung des Genozid-Begriffs wird in der Öffentlichkeit zu dieser Zeit noch vielfach als übertrieben empfunden.


2012 CSI hilft Kopten in Ägypten, die nach dem Sturz der Regierung Mursi zu Opfern einer pogromartigen Gewaltwelle gegen Christen werden. Die Situation in Syrien wird vor Ort abgeklärt und Projekte zur Hilfe für Kriegsflüchtlinge gestartet.

In Pakistan werden neue Kontakte geknüpft und Projektmöglichkeiten abgeklärt.

Im März veranstaltet CSI ein Gedenkkonzert für den pakistanischen Christen Shahbaz Bhatti. Der Menschenrechtsaktivist und Minister für religiöse Minderheiten wurde ein Jahr zuvor umgebracht.

Mit einer Vortragsreihe zum Thema „Zukunft der religiösen Minderheiten im Nahen und Mittleren Osten“ gibt CSI bedeutenden Rednern aus dem akademischen, journalistischen und politischen Bereich eine Plattform, um ihre Einschätzungen der Lage mit einer breiteren Öffentlichkeit zu teilen und zu diskutieren. Diese Vortragsreihe wird in den Folgejahren weitergeführt.

Zur Weihnachtszeit werden in mehreren Städten gleichzeitig Mahnwachen für verfolgte Christen abgehalten, die in den Folgejahren zu einer regelmässigen Veranstaltung werden.


2013 Neben der Genozid Kampagne und der Vortragsreihe zur Zukunft religiöser Minderheiten im Nahen und Mittleren Osten veranstaltet CSI eine Konferenz an der Universität von Oxford, um das Thema in einflussreichen Kreisen zu vertiefen.

Durch Besuche in Nigeria können neue Kontakte aufgebaut und mehrere Projekte für die Opfer von Boko Haram und anderen extremistischen Bewegungen gestartet werden.

In Indien wird ein zusätzliches Programm für Opfer von Menschenhandel aufgebaut.


2014 In einem Slum in Pakistan wird eine von CSI finanzierte Schule eröffnet.

Die guten Kontakte im Irak erlauben es CSI, den vom IS Vertriebenen im Nordirak unmittelbar zur Seite zu stehen. Es wird Soforthilfe organisiert und der weitere Bedarf wird abgeklärt. Ein grosser Teil der Hilfe kommt den jesidischen Flüchtlingen zu Gute.

In Syrien werden neu Hilfsaktionen für intern Vertriebene durchgeführt.

Das Programm zur Hilfe für Opfer des Menschenhandels in Indien wird fortgeführt. Neben Präventionsmassnahmen, werden gezielte Befreiungen und Rehabilitierungsprogramme durchgeführt.


2015 Am 16. Dezember reicht CSI die Petition «Genozid an den religiösen Minderheiten im Nahen Osten verhindern» im Bundeshaus ein. Diese wurde von 41 646 in der Schweiz lebenden Personen unterschrieben. Bundesrat Didier Burkhalter wird mit der Petition aufgefordert, das Engagement für religiöse Minderheiten im Nahen Osten zu einer Priorität der Aussenpolitik zu machen.


2016 CSI erweitert die Projekttätigkeit in Syrien und findet dort neue Partner zur Zusammenarbeit. In einigen ostasiatischen Ländern breitet sich der nationalreligiöse Extremismus zusehends aus. CSI-Vertreter reisen daher nach Ostasien, um sich ein Bild der Lage vor Ort zu machen.


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Benjamin Doberstein
Geschäftsführer CSI-Schweiz

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Herbert Meier
Präsident der Stiftung CSI-Schweiz

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Annette Walder
Geschäftsführerin 2006-2009

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Pfr. Hansjürg Stückelberger
Gründer